Alexander McQueen

Ich habe von Alexander McQueen dass erste mal durch die Alexander McQueen Oversized-Sneaker erfahren. Diese waren überall zu sehen und jeder musste sie haben. Ich konnte auch nicht wiederstehen und musste mir ein Paar zulegen.
Nachdem ich monatelang mit diesen Schuhen beschäftigt war, nämlich damit mir diverse Outfits anzusehen und darauf zu warten sie auch endlich zu besitzen, begann ich mich für den Designer zu interessieren.
Die anderen Produkte die ich von Alexander McQueen, auf dessen Webseite oder im Internet gefunden habe, fand ich für mich persönlich eher wenig beeindruckend. Als ich jedoch auf ältere Kollektionen gestoßen bin war ich begeistert.
Kostümartige Designs, richtige Shows auf dem Laufsteg und außergewöhnlich geschminkte Models.
Es kam mir so komplett neu, anders und extrem vor. Vor allem extrem durchdacht, nachvollziehbar aber trotzdem sehr künstlerisch.
Die futuristisch, dystopische Stimmung, das Starke, das Groteske und auch Melancholische, das "Unschöne" fand ich begeisternd. Auch den Kampf gegen sich selbst, das Normale und die Modebranche an sich.
Das er für seinen Traum kämpfen musste und es für Ihn nicht leicht war so ein beeindruckender Modedesigner mit seinem eigenen Label zu sein, hat mich sehr beeindruckt.
Ich weiß nicht genau warum, aber dies war mir zumindest in der Modebranche fremd. Ich habe mich vorher grob mit Designern auseinandergesetzt, die es vielleicht (oder wahrscheinlich) auch nicht wirklich leicht hatten. Die meisten Berichte handelten jedoch von deren Leben nachdem diese berühmt wurden, oder über ihre Erfolge.
Die Tatsache dass das bei Alexander McQueen anderes war machte ihn für mich irgendwie menschlich, wohl aber auch göttlich aufgrund seiner genialen Kreationen.
Das Alexander McQueen sich so hoher Bekanntheit erfreut hat, aufgrund der Sneaker ist erfreulich, jedoch auch schade.
Die neuen Kollektionen verwiesen vereinzelt auf Alexander McQueen, aber mit der eigentlichen früheren Konzept haben sie nichts mehr zu tun.
Die Kollektionen wirken massentauglich und nicht zu sehr herausstechend. Sie wirken zum Teil britisch und mit Alexander McQueen haben sich kaum bis nichts mehr zu tun.
So auch die Alexander McQueen Sneaker. Sie sind schön, basic, passend zu allem, haben trotzdem diese spezielle Sohle, oder die farbige Ferse, welche vielleicht das besondere darstellt, aber nicht den "Spirit" von Alexander McQueen. Und das was damit in Vergessenheit gerät.
Der Anfang
(Lee) Alexander McQueen wurde in einem eher ärmlichen Stadtteil von London geboren und wuchs sittlich bei seinen Eltern mit 5 Geschwistern auf. Sein Vater war ein Londoner Taxifahrer. Lee konnte sich schon früh für Mode begeistern und hat bereits im Unterricht Skizzen von Kleidung gezeichnet.
Er brach die Schule ab und wusste nicht recht, was er mit seinem Leben anfangen sollte, sein Vater bestand darauf, dass er sich einen Job sucht. Er bewarb sich bei Anderson & Shepphard in London und wurde angenommen.
Er lernte Schneidern exakt auf Maß und diese Techniken zu perfektionieren. Er hatte Spaß dabei und wollte immer mehr über die Thematik wissen.
Nach seiner Ausbildung suchte er nach etwas neuem und fand eine Stelle bei Koji Tatsuno, hier wurde ihm deutlich was Mode noch alles sein kann, was man noch mit Stoff machen kann, wie man selbst Dinge erschaffen kann.
Er begann anschließend bei Red or Dead zu arbeiten, dies war nochmal eine andere Welt. Dinge die keinen Bezug zu Mode oder Kleidung hatten wurden als Inspiration genutzt (Space Baby Kollektion) das war völlig neu für Lee.
Da viele Label in Italien, günstigerer zweit Labels aufbauten, sah Lee eine Chance dort und ging nach Italien um da einen noch besseren Job zu finden. Er wurde Assistent für Romeo Giggle. Dort wollte er alles was mit Mode zutun hat erlernen und begreifen. Er entschloss sich nach einer gewissen Zeit, dazu zurück nach England zu gehen und mehr zu erlernen.
Er wollte einen Job an der St.Martins School of Art und fragte bei der Gründerin des Modedesign Studiengangs nach. Ein paar Arbeiten von sich brachte er mit und löste damit Begeisterung aus. Leider war aber kein Job frei, er bekam aber das Angebot dort zu studieren, was er leider ablehnen musste, da er er kein Geld für die hohen Studiengebühren hatte. Da letzten Endes seine Tante ihn unterstützen wollte, konnte er den Studiengang doch besuchen.
Er war frech, wusste aber durch seine bereits gesammelten Erfahrungen schon sehr viel und dadurch, dass er die Schule abgebrochen hatte, entwickelte er einen ganz neuen Bezug zur Kunst. Andere waren durch die Schule vielleicht schon voreingenommen im Bezug auf Bilder oder Literatur, aber Lee sah alles neu und ungefiltert.
Jack The Ripper stalks it's victims
Zum Abschluss sollten die Studenten eine Kollektion kreieren, diese durfte auch auf der Londoner Fashion Week gezeigt werden.
Um Inspiration dazu zu bekommen nutzte er Jack the Ripper, oder auch den Roman "Das Parfüm". Die Kollektion sollte die Geschichten des Bezirks darstellen in dem er aufgewachsen war. Grausige dunkle, brutale Themen, aus denen er wunderschönes kreierte. Er spielte mit Gegensätzen, Schönheit und Gewalt und die Sabotage der Tradition. Es war zudem modern und passte genau in die 1990 Jahre.
Isabella Blow, eine Journalistin die selbst von Anna Wintour entdeckt wurde, und für die British Vogue arbeitete, entdeckte Lee und musste diese Kollektion unbedingt haben.
Sie sah sein potential und in ihm den Saint Laurent des Jahres 2000.
Er verkaufte ihr diese Kollektion für 350 pound.
Ein Teil der Kollektion war ein Sakko, das schwarz war und innen blutrot gefüttert, es erinnerte an eine Haut.
Taxidriver 1993
Im Anschluss an sein Studium wollte er weiter machen, weiter Kollektionen kreieren. Obwohl er weder Geld noch ein Atelier besaß. Er bezog Arbeitslosengeld und finanzierte dadurch seine benötigten Materialien. Essen tat er bei seinen Eltern.
Sein Ziel war es Kollektionen zu kreieren und damit eine Illusion zu erschaffen, aber dabei aber die Realität nicht aus dem Auge zu verlieren. Andere Designer, machten alles bunt, kreierten eine heile Welt, er wollte jedoch dabei die harte Realität nicht ausblenden.
Er konnte aus allem eine Inspiration ziehen. Besonders inspirierten ihn Nachtclubs und deren Besucher in extravagenten Outfits, in Lack und Leder.
Freunde arbeiteten umsonst mit ihm und an seinen Kollektionen. Auch Isabella Blow unterstützte ihn, er war fast wie ein Sohn für sie und für Lee war sie wie eine Mutter oder eine Schwester.
Isabella liebte Menschen die anders waren, desto verrückter, desto besser. Beider lebten in einer anderen Welt.
"Man entwickelt sich nicht weiter, wenn man auf Nummer sicher geht" .
" ich möchte nicht das sich die leute nach der Modenschau so fühlen als hätten sie gerade sonntags zu mittag gegessen. Man soll sich danach entweder angewidert oder berauscht fühlen. Hauptsache man fühlt etwas. wenn nicht habe ich versagt."
Taxidriver bezog sich auf den gleichnamigen Film von Martin Scorsese und beinhaltete z.B. die von McQueen entworfenen "Bumster" Hosen. Diese waren so tief geschnitten dass man das Schamhaar sehen konnte. Es ging ihm darum die Körperproportionen neu zu definieren, einen größeren Oberkörper darzustellen.
Ein Kleid war aus Frischhaltefolie, mit dem das Model umwickelt war, mit einem Reisverschluss am Rücken.
Ein weißer Blazer war mit einem Reifen überrollt worden und zeigte dessen schwarze abdrücke. Sowie eine Plastiktüte als Kleid.
Die Dinge waren günstig produziert, da er hatte ja kaum Geld. Die Schauen waren brilliant, aber trotzdem finanzierte er alles durch sein Arbeitslosengeld.
Ihm selbst ging es nie um Gedd. Er wollte seine Kollektionen machen.
Seine Kleidung war zudem nicht möglich zu reproduzieren, oder zu vervielfältigen.Die Shows waren als Marketing-Kanal gedacht, für seinen Namen, sein Label Alexander McQueen.
Er gab sich selbst ein Rabauke, der mit Nadel und Faden umgehen kann.
The Highland Rape Herbst / Winter 1995
Von seiner Mutter hatte Lee seine Leidenschaft für alte Geschichten und Erzählungen. Er forschte in seinem Familienstammbaum und fand heraus, dass seine Familie den Ursprung in Schottland hatte.
Das nutzte er als Inspiration. Designer wie Vivienne Westwood waren auch von Schottland inspiriert, von der Romantik. Lee jedoch konzentrierte sich auf den Kampf der Schotten gegen die Engländer, die in Schottland Völkermord betrieben und dort mordeten und vergewaltigten.
Er wollte darauf hinweisen, dass dies auch heute noch passiert, dass dies auch ein Teil der Realität ist, vor dem man die Augen nicht verschließen sollte.
Die Kollektion waren extrem Emotionsgeladen, sie zeigte das Düstere, die finsteren Teile im Kopf eines Menschen. Die Kleider wirkten wie von einem Tatort und die Models sahen aus, als seinen sie gerade vergewaltigt worden.
Er bekam harte Kritiken dafür und stoß auf viel Ablehnung in der Presse. Diese meinte er wolle Frauen in die Opferrolle stecken, oder wäre sogar ein Frauenhasser.
Ihm ging es jedoch um etwas ganz anderes. Er wollte genau das Gegenteil darstellen. Seine Kleider waren Bekenntnisse und auch Verarbeitung der Erinnerung an seine Kindheit. Als Kind wurde er von seinem Schwager missbraucht und sah wie dieser Gewalt an seiner Schwester ausübte.
Er wollte zeigen was man den Frauen durch Gewalt nimmt. Er wollte damit seine Traumata bewältigen, starke Frauen zeigen, Frauen die wie gepanzert wirken. Frauen schützen.
Dante 1996
Die Show zu Dante fand in der Christ Church Spitalfields statt. Der Architekt dieser Kirche soll statistische ´Tendenzen gehabt haben.
In der ersten Reihe der Show saß ein Skelett.
Die Models trugen Hörner, Masken aus Spitze und Knochengerippe. Es stellte (an Dante angelehnt) ein Hinterfragen der Religion und den Satanismus da. Es war modern, beinhaltete Denim, aber auch Anlehnungen an den viktorianischen Stil. Es war rebellisch.
GIVENCHY
1997 war die Modebranche im Wandel, Bernd Arnault kaufte viele Familienunternehmen auf und brachte diese groß raus. John Galliani wechselte zu Dior und Alexander McQueen sollte der Nachfolger werden. Bernd Arnault wollte etwas neues fetziges für Givenchy. Und McQueen (bereits 2x British Designer of the Year geworden) sagte zu. Er machte es aufgrund des Geldes, um den größten Teil in sein Label zu stecken und dieses auszubauen.
Lee und sein Team, was größtenteils aus Freunden bestand, zogen nach Paris und waren von dem Luxus überwältigt. Sie waren wie Kinder unter lauter Geschäftsmännern in Paris und im Unternehmen Givenchy. Anderes als die anderen Designern arbeiteten sie mit den Schneidern eng zusammen und aßen mit den Arbeitern in der Kantine. Sie trugen zerrissene Jeans und waren alles andere als pompös oder chic, sie blieben sich selbst treu.
"Egal wo ich bin, ich bin wie ich bin auch in diesem noblen Milieu"
Search for The Golden Fleece 1997
Kriegerinnen und Götterinnen.
Die Inspiration zu dieser Kollektion kam laut McQueen durch das Logo, von Givenchy, was Ihn daran erinnerte. Sie war griechisch inspiriert, in gold und weiß und handelte von Kriegerinnen und Götterinnen.
Auch heir blieb sich Lee selbst treu und kreierte viele gewagte Teile.
Es hagelte nur so von Kritik gegen McQueen und seine Kollektion. Die Welt war gegen Ihn, sie wollten ihn scheitern und untergehen sehen.
"man bohrt mit Krallen & Messern in meinen rücken - aber das ist ok weil ich ein guter Kämpfer bin"
Es wurde häufig bei der Kritik außer Acht gelassen, das er in ein renommiertes Modehaus eingestiegen war und er Kollektionen von ganz neu und doch im Bezug auf die Geschichte des Labels kreieren musste. Er kreierte vor allem viel publicity und Aufmerksamkeit für Givenchy.
It's a Jungle Out There Fall 1997
Lee sah sich selbst als Gazelle, die gejagt wird bis sie gegessen wird und kreierte nach diesem Motiv die Kollektion "It's a jungle Out There" für sein eigenes Label in England.
Er wollte den Menschen in der Modewelt nun mitteilen, dass diese ihn alle mal können und er es ihnen nun richtig zeigt, nachdem er versuchte es ihnen bei Givenchy recht zu machen.
Hier gab es keine Haute Couture und er war wieder im rauen London.
Die Zuschauer kämpften darum den Laufsteg sehen zu können und alles war voller Aufregung. Die Models sahen aus wie Tiere und sie strömten auf den Laufsteg als solche. Die Show kreierte eine mächtige Atmosphäre, aus Angst, Wut und Furcht.
Der Höhepunkt war ein brennendes Auto. Es war ursprünglich nicht als solches gedacht. Studenten verschafften sich Eintritt zur Show und traten versehentlich einen Kübel mit Feuer, dieser entzündete das Auto.
Es war das Highlight!
Lee pendelte zwischen Paris und London um die Kollektionen für Givenchy und sein eigenes Label zu produzieren. Es war schwierig, da es kaum eine Grenze zwischen seinem Leben privat und seiner Arbeit gab. Dennoch waren seine Shows durchgehend gut. Er wusste wofür er den Stress bei Givenchy auf sich nahm, um Geld zu verdienen und damit sein Label weiter nach vorne zu bringen.
Untitled Frühjahr/Sommer 1998
Die Kollektion sollte eigentlich "The Golden Shower" heißen. Jedoch war diese Kollektion von American Express mitfinanziert und diese forderten eine Änderung des Namens.
Der Laufsteg war mit Wasser geflutet und es leuchtete gelbes Licht. Es gab viel Schlangen-Optik und die Outfits waren meist in weiß gehalten. Als im Finale "Regen" von oben herunterkam, sah dieser gelb aus. Die Schminke der Models verlief und man konnte durch ihre weißen Outfits durchschauen.
Joan Herbst / Winter 1998
Die Kollektion war durch die katholischen Märtyrerin Jeanne d'Arc inspiriert.
Sie verhalf den Franzosen zum Sieg über die Engländer.
Die Models trugen Kontaktlinsen und hatten Ihre Haare unter eine Haube.
Diee Gesichter der Kinder der ermordeten russischen Zarenfamilie Romanov waren auf Kleider gedruckt.
Zum Schluss entzündete sich ein Ring aus Feuer um ein Model, ganz in rot gekleidet, mit roter Maske. Dies sollte den Tod Jeanne d'Arcs darstellen.
https://www.vogue.de/mode/artikel/alexander-mcqueen
Kollektion No.13 Spring 1999 (Hund Minter gewidmet)
Der Höhepunkt waren zwei Roboter, die sich um ein Model im Kreis drehten, welches sich ebenfalls im Kreis drehte.
Das Model hatte ein weißes, schlichtes Tüll-Kleid an, welches erst kurz vor der Show provisorisch gefertigt worden war. Die Roboter besprühten es mit Farbe, während sich das Model fast qualvoll dazu bewegte. Es hatte etwas magisches.
Am Anfang Digitalisierung, der Kampf zwischen Mensch und Marschiene.
Diese Show war eigentlich fast der Höhepunkt der Karriere. Natürlich waren auch seine darauf folgenden Shows großartig und konnten mithalten. Jedoch war Lee bei dieser Kollektion das erste mal richtig ergriffen und begeistert von seinem Schaffen und mit sich selbst im Reinen.
Er machte das unmögliche möglich.
Krankheit
Der Ruhm stieg weiter an, damit auch der Druck. Lee verdiente immer mehr Geld, wirkte aber auch immer unglücklicher. Ihm war der Ruhm nie wichtig, war aber zu diesem Zeitpunkt fast davon überrollt.
Er lies sich Fett absaugen, damit er noch besser seine Rolle als Alexander McQueen spielen konnte. Er gestand sich aber auch im Nachhinein ein, dass dies ein Fehler war: "jetzt weiß ich gar nicht mehr wer ich bin".
Er griff zu Drogen, insbesondere Kokain. Dadurch veränderte er sich, er wurde misstrauisch gegenüber jedem und dachte, dass jeder in der Modewelt etwas gegen Ihn hat. Er war manchmal voller Glück und Freude und dann manchmal fast wie ein Teufel.
Schlussendlich zog er die Konsequenz und kündigte er bei Givenchy, da die Arbeit Ihm dort zu viel wurde.
Voss Spring 2001
Die Voss Kollektion drehte sich um Schönheit, Tod und Wiedergeburt.
Der Laufsteg war in einer großen Box, die von innen wie eine Gummizelle aussah. Von außen war sie mit Spion-Spiegeln verkleidet. Bevor die Show losging und das Licht in der Box an, konnten sich die Zuschauer selbst an der Wand dieser im Spiegel sehen. Es war wie eine sehr moderne futuristische Irrenanstalt.
Die Models hatten Bandagen um Ihren Kopf und wirkten verwirrt, sie brachen zum Teil zusammen oder lachten als wären sie verrückt. Sie schmissen sich an die Wände, als wollten sie aus der Box hinaus. Auch Ihre Kleider zerstörten sie zum Teil selbst. Alles war Teil der Show.
Als Höhepunkt stand in der Mitte dieser Box (oder Zelle) eine weiter große Box, diese öffnete sich zum Finale. Ganz langsam, mit dem Klang eines Herzschlags, welcher immer schneller wurde. Die Wände der Box fielen runter, das Glas zersprang und zu sehen war nun eine beleibte nackte Frau mit einer Gasmaske. Um sie herum waren lauter Motten die hinaus schwärmten. (Nach einer Inspiration von dem Bild Alb von Peter Witkins)
Das ganze Setting sorgte für Unbehagen, Unwohlsein, Krankheit und Wahnsinn. Es zeigte das Schöne und das Hässliche und dass das Schönheit im Auge des Betrachters liegt. Die Rekonstruktion des selbst. Die Suche des Selbst. Und auch die größten Alpträume der Mode, Fettleibigkeit und Motten.
"Die Modewelt ist eine Blase und manchmal möchte ich diese zerplatzen."
Gucci
Tom Ford sah diese Show und war begeistert, er war einer der besten Designer zu dieser Zeit und Arbeitete für Gucci. Gucci schlug Lee vor sein Label, Alexander McQueen, zu kaufen und ihm 50% zu erlassen als Eigentümer. Lee sagte zu.
Tom ford: "Er ist Poet und Geschäftsmann."
Lee wollte erfolgreich und Selbstbestimmt sein, brauchte aber auch das Geld. Er konnte nun durch diesen Deal weiter entwerfen, was er wollte und hatte zudem auch einen großen Investor. Damit war auch die Alexander McQueen Pret a Porter Linie geboren.
"Die Shows können noch so schön sein, aber man braucht etwas das in einem Store hängt."
Das Label entwickelte sich rasant weiter "mehr Haute coture geht in england nicht". Es wurden Studenten eingestellt, die im Unternehmen mitarbeiten konnten und so erste Erfahrungen in der Modebranche sammeln konnten. Zudem stellte er seinen Cousin als Grafikdesigner ein. So hatte er auch jemanden um sich, der ihn daran erinnerte wo er her kam.
Er begann zu akzeptieren, dass dies sein Leben ist und er dazu geboren ist.
It's only a Game Spring / Summer 2005
Diese Kollektion sollte ein Schachspiel zwischen Japan und Amerika darstellen. Jede Schachfigur war mit einem passenden Outfit repräsentiert. Unter anderem ein Kimono, oder ein Outfit das aussah wie ein Amerikanischer Football Player. Es war alles hell, schön und verträumt dargestellt, weniger aggressiv.
Windows of Culloden Winter 2006
"Meine werke sind ein lautes Sprachrohr, all meine Kreationen sind persönlich auch wenn ich Kate moss als Hologramm zeige"
Am Ende der Show tauchte in einer Pyramide ein Kate Moss als Hologramm auf, die ein fliesendes Kleid trug, welches (so schien es) im Wind wehte. Sie bewegte sich dazu als würde sie schweben und lies so eine Optische Täuschung entstehen.
Die Kollektion schien wieder an Lees schottischen Wurzeln und am Viktorianischen Stil inspiriert zu sein. Düster, jedoch nicht so extrem wie seine "Highland Rape" Kollektion.
"ätherisch - ich bin dann im Einklang mit der welt - fühle mich himmlisch - meine werke zeigen wer ich bin"
"What does Fashion mean to you?" Isabella Bow: "My Life"
Lee und Issi waren immer noch sehr eng befreundet, obwohl ihre Freundschaft etwas angekratzt war. Lee hatte sie nicht mit zu Givenchy genommen. Er wollte nicht in Ihrem Schatten stehen. Sie hatte Ihn zwar entdeckt, geschafft hatte er aber alles alleine.
Isabella hatte destruktive Ader, die immer weiter anschwoll, sie musste Beruhigungsmedikamente nehmen und steuerte auf die Selbstzerstörung zu. Sie wollte sich in Ihrem Alter nicht nochmal neu erfinden und laut ihr ging es in der Mode um Jugend.
Sie glaubte langsam sterben zu müssen. Zudem hatte sie Eierstockkrebs im Endstadium.
Sie nahm sich ihr leben am 7.Mai 2007.
Von Lee hatte sie sich vorher schon herzlich verabschiedet, an einem Wochenende welches sie zusammen verbracht hatten.
Beide hatten Traumata, durch die sie eine enge Bindung zueinander hatten. Isabella sah mit fünf Jahren ihren Bruder beim gemeinsamen Spielen sterben, es war nicht ihre schuld aber sie fühlte sich verantwortlich dafür. Lee fühlte sich, durch die Vergewaltigung als Kind seiner Unschuld beraubt.
La dame bleue Spring / Summer 2008 - widmete ihr die Kollektion
"Ihr glaube an dich machte dich zu dem der du bist"
Lee war dennoch am Boden zerstört als Isabella starb und viel in ein tiefes Loch.
Er widmete Ihr die "La dame Bleue" Kollektion. Diese designte er im Stil von Isabella und der Hut Designer Phillip kreierte Hüte für die Kollektion, zu Ehren Isabellas. Man konnte in der Kollektion sehen wie sehr er sie geliebt hatte und dass er eine große Freundin verloren hatte.
Bei der Show war Ihr Parfum überall im Raum und man konnte Ihre Präsenz spüren.
Horn of Plenty Fall 2009
" Ich bin nicht wütend auf mich nur auf die welt"
Lee ging es psychisch immer schlechter, auch physisch war er total schwach und abgemagert.
Die Show war entstanden in der düsteren Stimmung nach Isabellas Tod und reflektierte die Modebranche zu der Zeit, als eine "Wegwerftgesellschaft". Viel schwarz mit weiß und rot. Und Vögel abgedruckt auf Stoffen, die zu einem Hahnentrittmuster wurden.
In der Mitte auf dem Laufsteg war ein schwarzer Müllhaufen, der aus lauter Requisiten der vergangenen Alexander McQueen Shows bestand. Der Laufsteg bestand aus Spiegeln, die kaputt waren.
Die Schnitte waren klassisch, aber auch eine Parodie, z.B. von Chanel, Yves Saint Laurent und Dior. Es war eine Dekonstruktion seiner selbst und der Vergangenheit.
Lee blickte bisher immer zurück in die Vergangenheit mit seinen Shows, nun war es ein Rückblick auf die Modebranche und auf seine eigene Kreativität. Er zeigte, dass alles am kollabieren ist und niemand mehr weiß wie es vorwärts geht.
Gequälte Seele
Lee Alexander McQueen war eine gequälte Seele. Er fiel in eine tiefe Depression, er war einsam, klagte über Paranoia und hörte Stimmen. Trotz allem konzipierte er weiter Shows, er fiel nach jeder Show in ein noch tieferes Loch, machte aber trotzdem weiter mit der nächsten Show. Er war gefangen in seinem Leben, in dem Druck und kam dort nicht mehr heraus.
Sich für einige Zeit zurückzuziehen kam für Ihn nicht in Frage. Er hatte Verantwortung für seine Mitarbeiter und sein Ruf und die Firma standen auf dem Spiel.
Andere konnten nach Hause gehen und abschalten, aber er ging mit sich selbst nach Hause, er konnte nie abschalten.
Zudem war er HIV Positiv. Dies war kein Todesurteil, zog ihn aber noch weiter runter.
Platons Atlantis Spring 2010
Platons Atlantis scheint nach Horn of Plenty, die Perspektive auf die Zukunft zu bieten. Die meiner Meinung nach futuristischste Kollektion McQueens bisher.
Die Idee für Platons Atlantis war eine Metamorphose, er wollte sein Gesicht zu einem Totenschädel verwandeln lassen.
Es gab Roboter mit integrierten Kameras, diese waren auf die Zuschauer gerichtet. Sie sollten die Zuschauer überwachen und ihnen ein mulmiges Gefühl geben.
Es ging in der Kollektion darum, dass die Menschen zurück ins Meer ziehen. Zu einem schönen und fantastischen Ort dort. Eine Art Wiedergeburt.
Unterwasser, weit weg von allem, fast wie im Mutterleib. Ein neuer Anfang, ein neues Leben.
Die Kleidung war von Prints geprägt, z.B. Fischschuppen, oder Schlangenmuster. Die Muster waren so verzerrt, dass Ihr Ursprung nicht mehr zu erkennen war. Es war bunt und farbenfroh. Die Models trugen ein Makeup, welches sie wie Aliens aussehen lies und sie trugen spezielle von Lee entwickelte "Armadillo" High Hells.
Eine Idee von Lee war, dass er am Ende der Show in einer Box aus Plexiglas unter dem Laufsteg ist und von dort nach oben auf den Laufsteg fährt. Wenn er oben angekommen ist, wolle er sich vor allen Zuschauern erschießen.
Er sagte: "Das wird meine letzte Kollektion ich habe eindeutig genug davon ich werde mich umbringen "
"Mein Leben ist wie eine Achterbahn, ein auf und ab und ich möchte einfach nur aussteigen."
Das Ende
"ich wirke oft traurig im Bezug auf meine Arbeit und mein leben ich bin traurig aber nicht verbittert ich bin dankbar für alles was mir widerfuhr aber ich weiß wann ich es aufgeben sollte"
Auch seine Mutter war sehr krank geworden, aber immernoch in tiefer Trauer über Isabellas tot, beschäftigte sich Lee kaum mit der Krankheit der Mutter und Ihrem baldigen Ende. Als sie starb war er vollkommen am Boden zerstört.
Er hatte eine sehr enge Beziehung zu seiner Mutter und vergötterte sie.
Er entwarf den Grabstein für seine Mutter und plante mit seiner Schwester die Beerdigung und am Abend der Beerdigung am 11.02.2010 erhängte er sich in seiner Wohnung in London.
Alexander sagte in einem Interview: "sollte ich je alt werden und meine Firma verlassen werde ich sie niederbrennen, keiner macht weiter" - "Es soll keinen Nachfolger geben?" - "Nein, weil die Person meine schauen konzipieren müsste und die sind so persönlich, wie soll das gehen?"
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